Förderunterricht

Gestaltung von Förderunterricht
Kurzbeschreibung der Methode und ihres Hintergrundes

Schulischer Unterricht sollte die Möglichkeit bieten, Schüler mit Lernstörungen (z.B. beim Lesen, Schreiben und Rechnen) die meiste Zeit in regulären Klassen zu unterrichten, sie aber gleichzeitig bzw. zusätzlich durch spezifische Lernangebote zu fördern. Förderunterricht stellt eine Maßnahme zur Differenzierung von Lernangeboten dar, die an die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler angepasst werden (z.B. hinsichtlich ihrer Schwierigkeit und der Art ihrer Vermittlung). Die innere Differenzierung von Lernangeboten im Klassenunterricht reicht häufig nicht aus, um Kindern mit Lernstörungen effektiv zu helfen. Dann sind zusätzliche Fördermaßnahmen erforderlich, die in eigens einzurichtenden Fördergruppen durchgeführt werden. In der Grundschule konzentriert sich der Förderunterricht auf die Fächer Deutsch und Mathematik, d.h. es geht vornehmlich um die Vermittlung von Fertigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen. Der Förderunterricht findet in kleinen Lerngruppen statt (vier bis sechs Schüler) und wird häufig von Pädagogen durchgeführt, die sich dafür besonders qualifiziert haben.

Im Förderunterricht sollen Schüler, die im Regelunterricht auffällige Lerndefizite zeigen (d.h. in einem Fach deutlich hinter den übrigen Schülern zurückbleiben), ihre Lücken schließen und (fehlende) Lernvoraussetzungen erwerben, die für die erfolgreiche Teilnahme am Klassenunterricht benötigt werden. Im Fallbeispiel wird mit Lisa z.B. daran gearbeitet, Rückstände im Verstehen der Graphem-Phonem-Korrespondenz (Buchstaben-Laut-Zuordnung) aufzuholen, damit sie im Unterricht an den Leistungsstand ihrer Mitschüler anknüpfen kann. Dazu werden Aufgaben ausgewählt, die den festgestellten Defiziten entsprechen, das Kind nicht überfordern und ihm durch zusätzliche Hilfestellungen (z.B. Visualisierungshilfen beim Lesen) die Bewältigung der Aufgabe erleichtern. Zwischen Förderunterricht und Klassenunterricht müssen enge Verbindungen hergestellt werden. Defizite, die im Klassenunterricht festgestellt werden, werden im Förderunterricht gezielt aufgegriffen. Umgekehrt müssen im Klassenunterricht die Lernangebote so weit differenziert werden (d.h. auf den Kenntnisstand der einzelnen Schüler abgestimmt werden), dass sie auch von Schülern mit Schwierigkeiten beim Lernen genutzt werden können. Zudem sollten Fortschritte, die im Förderunterricht erreicht werden (z.B. bei Lisa im lauttreuen Lesen), im Klassenunterricht abgerufen werden, damit die Kinder auch dort Erfolge beim Lernen erleben können. In der Praxis wird Förderunterricht als Einzel- oder Kleingruppenunterricht durchgeführt. Lehrende können die Klassen- oder eine Fachlehrerin, eine Sonderpädagogin, Lerntherapeutin oder Schriftsprachberaterin sein. Förderunterricht wird in folgenden Formen angeboten:

Im binnendifferenzierenden Förderunterricht
- wird die Klassen- oder Fachlehrerin durch eine zusätzliche Lehrkraft unterstützt, die mit den Förderschülern innerhalb des Klassenverbandes lernt.

Im extern differenzierenden Förderunterricht
- gehen die Kinder für bestimmte Zeitabschnitte aus der Klasse heraus, um z.B. an einer Lese-Rechtschreibgruppe teilzunehmen.

Im zusätzlichen schulischen Förderunterricht
- erhalten Kinder außerhalb der normalen Unterrichtszeit zusätzlichen Unterricht.

Außerschulischer Förderunterricht
- wird in der Regel an Nachmittagen außerhalb der Schule erteilt, oft in Nachhilfeeinrichtungen oder Beratungsstellen und Förderinstituten.



Gestaltung von Förderunterricht (pdf-Datei, 185 KB)

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